
Während der Hurrikan Tomas teils wenig Schaden anrichtete, sind die Haitianer weiterhin von einer Epidemie bedroht. Mehr als 7000 Menschen auf der Insel sind mittlerweile an Cholera erkrankt. Trotz aller Bemühungen der Behörden und Hilfsorganisationen sind weitere Menschen auf Haiti an der Cholera gestorben. Dies teilte das örtliche Gesundheitsministerium am Wochenende mit. Unterdessen hat der Hurrikan Tomas das ärmste Land Amerikas weitgehend verschont. Nach Angaben des Zivilschutzes starben acht Menschen, zwei werden vermisst und elf wurden verletzt. Während der Hurrikan vorbeizog, nahm die Zahl der Cholera-Todesfälle innerhalb von drei Tagen von 442 auf 501 zu. Auch die Zahl der Erkrankten stieg deutlich an. In den Krankenhäusern wurden bereits 7359 an Cholera erkrankte Menschen behandelt. Wegen der Sturmgefahr hatten die Behörden zwei der insgesamt vier Cholera-Behandlungszentren wieder abbauen müssen. Vorübergehend stehen deshalb nur etwa 1000 Betten zur Behandlung von Cholera-Kranken zur Verfügung. Dadurch hatte sich die Lage zugespitzt. Der Hurrikan hinterließ Überschwemmungen im Südwesten Haitis, beschädigte Häuser und deckte viele Blechdächer von den Hütten ab. In der Hauptstadt Port-au-Prince richtete der Sturm kaum Schäden an, jedoch kam es am Samstagmorgen noch einmal zu Überschwemmungen in tiefliegenden Gebieten. Die haitianische Regierung, die internationalen Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen (UN) warnten weiter vor der Gefahr von Erdrutschen und Überschwemmungen. Auch in Zentralhaiti schwollen die Flüsse an und lösten Überschwemmungen aus. Die USA haben unter anderem einen Hubschrauberträger aus Puerto Rico nach Haiti in Bewegung gesetzt. Die UN schickten Soldaten und Bautrupps in gefährdete Gebiete. Die Einsatzkräfte sollen der Bevölkerung schnell helfen und Schäden an Straßen und Stromleitungen beheben.