
Wieder kommen Bilder von Tod und Leid aus Haiti. Mindestens 140 Menschen waren bis zum Freitag nach heftigem Durchfall gestorben, 1500 Erkrankungen wurden gemeldet, Videos zeigen schreiende, wimmernde und aus hohlen Augen starrende Patienten. Die Klinik der Hafenstadt Saint-Marc, 90 Kilometer nördlich von Port-au-Prince, ist überfüllt, Ärzte behandeln in Zelten und auf der Straße. Die Cholera könnte ausgebrochen sein in diesem Department L"Artibonite, hieß es schnell. Aus Ortschaften wie Drouin, Vérette und Mirebalis wurden ähnliche Fälle gemeldet. Nach ersten Labortests bestätigte Präsident René Préval den Verdacht: Die ärmste Nation der westlichen Welt wird tatsächlich von der Cholera heimgesucht und muss sich nun eilig für die nächste Katastrophe wappnen. Die Vereinten Nationen sprechen von einer 'beunruhigenden Situation'.